Abgeschickt von Jutta am 16 September, 2004 um 09:08:24:
Antwort auf: Re: Schweinemast von Kobermann am 03 September, 2004 um 11:40:37:
Gut für die Region? Was passiert mit den Kleineren Firmen die hier Jahre lang ums Überleben kämpfen? Somit stirbt auch der Bauerstand.
Die Umweltbelastung wird erst im Nachhinein geklärt werden können. Da man ja nur an den Verkauf und an das Geld denkt.
Land verkauft in jedem Fall
Schweinemast in Allstedt: Initiative kündigt Großkundgebungen gegen Projekt an
VON GERT GLOWINSKI, 15.09.04, 18:31h, aktualisiert 18:49h
Allstedt/Magdeburg/MZ. Das Land Sachsen-Anhalt wird bis Ende des Jahres das Flugplatzgelände in Allstedt an die Bietergemeinschaft holländischer Investoren verkaufen. Das sagte am Mittwoch der Sprecher des Magdeburger Finanzministeriums, Detlef Thiel, auf Anfrage der Mitteldeutschen Zeitung. "Wir werden auf jeden Fall verkaufen", so der Sprecher.
Die Gebrüder Jos und Sjaak Nooren wollen in Allstedt eine Großschweinemastanlage, die größte Deutschlands, bauen, in denen etwa 100 000 Schweine stehen. Diese Anlage soll eine jährliche Schlachtkapazität von etwa 300 000 Tieren haben.
Unterdessen teilte das Landesverwaltungsamt in Halle mit, dass die umfangreichen Genehmigungsverfahren nicht vor 2007 abgeschlossen sein werden. Zunächst soll in einem Raumordnungsverfahren geprüft werden, ob sich der Standort überhaupt für eine Mastanlage eignet. Anschließend folgt das so genannte Bimsch-Verfahren. Dort wird eingeschätzt, welche und wie viele Schadstoffe durch die Anlage in die Luft gelangen.
Trotz dieser langwierigen Prüfungen halten die Investoren am Bau der Anlage fest. "Es spricht aus unserer Sicht nichts gegen eine Genehmigung", sagte Sjaak Nooren gestern der MZ. Deshalb werde man das Gelände auf jeden Fall kaufen, es würden derzeit entsprechende Verhandlungen laufen. Einen möglichen Kaufpreis nannte er nicht, sprach aber von einem deutlichen sechsstelligen Euro-Bereich. Unabhängig vom Ausgang der Genehmigungsverfahren befürchten die Investoren weitere Bürger-Proteste gegen die Schweinemastanlage.
Die Initiativgruppe Lodersleben, die den Bau der Anlage verhindern will, wertete die Verkaufs-Aussage des Landes als Rückschlag. "Das Land ist nicht zu retten, wenn es das Gelände verkauft, obwohl die Probleme im Bereich des Naturschutzes so offen liegen", sagte gestern Bernhard Schneider.
Dennoch wolle man weiter den Kauf des Flugplatzes durch die Nooren-Brüder verhindern. Schneider kündigte zudem weitere Großveranstaltungen an. Auch eine Aktion im Magdeburger Landtag sei geplant. Die Versprechungen Noorens zur Schaffung von rund 100 Arbeitsplätzen in der Region nannte Schneider "unseriös".
Die Initiative sieht neben Umweltaspekten auch im Tourismus weitere Argumente gegen den geplanten "Biopark". Eine so große Schweinemastanlage mitten in der Region halte Schneider für kontraproduktiv." "Die Natur, die Kultur und die Geschichte unserer Region sind unsere größten Standortvorteile. Dafür, dass wir billige Schnitzel im Laden kaufen können, sollten wir uns nicht unsere Natur kaputt machen lassen", so Schneider.