Abgeschickt von Herbert am 02 September, 2004 um 13:00:57:
„Mitteldeutsche Zeitung“ Sangerhausen, Seite7 , vom 24.08.2008
Protest
370 demonstrieren gegen Hartz IV
Arbeitslose machen auf ihre Lage aufmerksam – Zahlreiche Rechte marschieren mit
Von unserem Redakteur FRANK SCHWEDWILL
Sangerhausen/MZ. 370 Sangerhäuser haben gestern Abend gegen die Sozialreformen der Bundesregierung protestiert. Die Teilnehmer zogen durch die Innenstadt zur Marienanlage und hielten dort eine etwa halbstündige Kundgebung ab. Auffallend war , dass sich unter den Teilnehmern auch zahlreiche Anhänger der rechten Szene befanden. So gehörten zu den Rednern an der Marienkirche neben der Veranstalterin Doris Läßing (53) unter anderem auch Herbert Schart, der als einer der führenden Köpfe der Rechten im Landkreis gilt, sowie NPD- Stadtrat Steffen Hartmann. Veranstalterin Läßing betonte jedoch, sie habe nichts mit der NPD zu Tun und gehöre auch keiner Partei an. Ihr Anliegen sei es vielmehr gewesen, auf die entstehende soziale Schieflage aufmerksam zu machen. Allerdings gibt sie zu, sich im Vorfeld der Demonstration Rat bei Hartmann geholt zu haben.
Viele der Demonstranten zollten ihr am Ende Beifall. „Es hätte schon viel eher was in Sangerhausen passieren müssen“, sagte zum Beispiel Christel und Walter Thiele (48 und 50). „Es ist nur schade, dass nicht noch mehr gekommen sind. “Andere störten sich an der Präsenz der Rechten. So wurde zum Beispiel Schart unterbrochen, als er einen Friedensvertrag für Deutschland forderte. Am kommenden Montag soll erneut gegen Hartz IV in Sangerhausen demonstrier werden.
„Mitteldeutsche Zeitung“ Sangerhausen Seite 9, vom 25.08.2004
Protest gegen Hartz IV
Breites Bündnis gegen rechte Kräfte formiert sich jetzt
PDS ergreift die Initiative – Veranstalterin wehrt sich gegen Vorwürfe – Demo auch am Donnerstag vor Agentur für Arbeit
Von unserem Redakteur FRANK SCHWEDWILL
Sangerhausen/MZ. Nach der von rechten Kräften unterwanderten Montagsdemonstration in Sangerhausen versucht nun die PDS, ein breites Bündnis von demokratischen Kräften zur Teilnahme an den Veranstaltungen zu bewegen. Das Anliegen der Mehrzahl der Demonstranten sei missbraucht worden, heißt es in einem vom PDS – Kreisvorsitzenden Klaus Kotzur unterzeichneten Schreiben. Kotzur hat gestern 25 andere Parteien, Vereine und Gewerkschaften aufgerufen, sich an weiteren Montagsdemos und einer ähnlichen Aktion, die donnerstags vor der Agentur für Arbeit stattfindet, zu beteiligen. „Nur so können wir die NPD – Akteure isolieren und sie in der Masse verschwinden lassen“. Schreibt der PDS – Kreischef. Am Montagabende waren etwa 370 Menschen – darunter auffallend viele Anhänger der NPD und anderer rechtsextremer Gruppierungen – durch die Sangerhäuser Innenstadt gezogen und hatten ihren Unmut über die beschlossenen Sozialreformen der rot – grünen Bundesregierung zum Ausdruck gebracht. Gisela Lässing, die Veranstalterin der Montagsdemo, betonte gestern noch einmal, mit der NPD selbst nichts am Hut zu haben. „ ich bin persönlich gegen dies Partei“, sagte die 53 jährige. Als Betroffene habe sie auf die dramatische Lage vieler Arbeitsloser durch Hartz IV aufmerksam machen wollen. Dabei hätte sie nicht gewusst, dass es sich bei Herbert Schart um einen der führenden Köpfe der rechtsextremen Szene im Landkreis handelt. Sie würde deshalb auch nie wieder Leute aus dem Publikum auffordern, das Wort zu ergreifen. Schart hatte neben dem Sangerhäuser Stadtrat Steffen Hartmann in der Marienanlage zu den Demonstranten gesprochen die MZ berichtete).
Herbert Schart Allstedt
Redaktion der „Mitteldeutschen Zeitung“ Sangerhausen
Betreff: Ihren Artikel in Sangerhäuser Zeitung „370 demonstrieren gegen Hartz IV“ Ausgabe vom 24.08.2004
Werte Damen und Herren
Es ehrt mich sehr, dass Sie mich als, führenden Kopf der Rechten im Landkreis hinstellen. Sie tun mir damit jedoch zu viel der Ehre an. Ich habe keinerlei Funktion inne. Ich bin Bismarck – Deutscher und sehe mich dessen, über jede Kleingeistigkeit erhabenem Erbe verpflichtet. Die, die heute für den Erhalt unseres Deutschen Vaterlandes b.z.w. seine Wiedereinrichtung eintreten, haben im obigem, Sinne Unterstützung verdient. Da ich mir seit der Wende viel objektives Geschichtswissen über den Weg unseres Volkes in den zwei Jahrtausenden seines Werdens und Bestehens angeeignet habe und dabei die Umerzieher unseres Volkes und die beamten Historiker der BRD (und der ehemaligen DDR) eindeutig darauf abgestellt erkennen konnte, nur unser Volk und Land im negativem Licht erscheinen zu lassen (eine in der Welt einzigartige Verhaltensweise, die zwar im Interesse vieler Regierender liegen mag, aber nicht im Interesse unseres Volkes und Landes) ist meine Geschichtssicht eben eine andere und natürlich auch meine Sicht auf die heutige Politik und den von ihr beherrschten Zeitgeist.
Ich darf sie ganz dezent daran erinnern, dass ihr Blatt einmal „ Freiheit“ hieß und auch das Vorbild von Rosa Luxemburg pries. Von deren berühmten Zitat, wonach, Freiheit die Freiheit des Andersdenkenden ist, haben Sie schon damals nicht gehalten. Ich sehe bei Ihnen insoweit nichts geändert. Was Sie im bezug auf nationale Denkweisen betreiben, fügt sich würdig an die Ketzerverfolgungen des Mittelalters an: Scheiterhaufen brennen zwar noch nicht, aber Sie sind dabei den Weg dorthin zu ebnen. Ich bin ansonsten ein Gegner jeder Gewalt und weiß mich darin mit allen Bürgern, die die politische und kulturelle Eigenständigkeit unseres Volkes und Landes als ein verehrungswürdiges hohes und zu wahrendes Gut ansehen, einig. Dem und nichts Anderem gilt mein Streben. Und dass das derzeitige Elend, was da über unser Volk auch in materieller Hinsicht hereinzubrechen beginnt und in Hartz IV bei den breiten Massen zum Stein des Anstoßes geworden ist, seine Ursachen im noch immer bestehenden Status eines besetzten Landes ohne Friedensvertrag mit allen sich daraus ergebenden rechtlichen Folgen seine Hauptursache hat, ist nun mal Fakt. Und dass dieser Zustand völkerrechtswidrig ist, ist auch Fakt und nicht mit der bedingungslosen Kapitulation von 1945 zu begründen. Die wesentlichste Grundlage des Völkerrechtes im Bezug auf Krieg und seine Folgen ist noch immer die Haager Landkriegsordnung von 1907. Sie werden staunen, was dort geschrieben steht!
Sie machen es sich einfach, deutschdenkende Bürger zu verunglimpfen. Deutsch das hat für mich etwas mit zivilem Anstand, Ehrenhaftigkeit, Gemeinschaftssinn, Pflichtbewusstsein, Einsatzfreudigkeit, Disziplin und vor allem Wahrheit und Gerechtigkeit zu tun, aber nichts mit geistiger Gleichschaltung, von wem sie auch immer praktiziert wird. So habe ich mich in meinem Bewussten Leben ( Ich bin heute im 72.igsten Lebensjahr) bemüht, zu verwirklichen, auch nach der Wende, (vor welcher ich von Ihner und meiner früheren Parteiführung wegen eben dieser Gesinnung noch Berufsverbot und Parteiausschluß erhielt) habe ich mich im Sinne der Gemeinschaft eingebracht. Und ich werde das trotz Ihrer Verunglimpfung, soweit ich noch die Möglichkeit bekomme, weiter tun. Ich schließe mit dem berühmten Beethoven – Zitat:
“Wohl tun, wo man kann, Freiheit über alles lieben, Wahrheit nie, auch sogar am Throne nicht verleugnen.“
In diesem Sinne: Nur das Notwendige für uns! Aber alles für unser Volk und Land!
Herbert Schart
Ob Sie noch so etwas wie zivilen Anstand besitzen beweisen , Sie mit der vollständigen Wiedergabe dieses Leserbriefes!